Lebensmittel Konsum: Kein Fleisch ist auch (k)eine Lösung!

Sich von natürlich angebauten Lebensmitteln zu ernähren und sich diese leisten zu können stellt manchen vor eine große Herausforderung. Die Personen die sich Ihren Wocheneinkauf im Bioladen genehmigen können gehören zu einer elitären Gruppe. In dieser Artikelreihe beleuchte ich alle Lebensmittelgruppen und gebe Tipps und Tricks um den individuellen Konsum nachhaltiger zu gestalten. Diese Woche beginne ich mit dem Thema Fleisch.

Fleisch ist ein ganz besonders schwieriges Thema. Die Mehrheit will nicht darauf verzichten und gleichzeitig kein Geld für Qualität ausgeben. Schaut man sich sein eigenes Ernährungsverhalten an und reflektiert dieses, fallen schnell Möglichkeiten auf weniger Fleisch zu essen.

 

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Beispiel Wurst

Die Wurst ist ein leckeres Produkt und hat seine Berechtigung, schließlich werden dort alle Teile vom Tier verarbeitet. Insbesondere auch die, die sonst keinen Absatz finden. Also liefern Wurstprodukte einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Fleischverarbeitung. Für den Körper hat das Produkt jedoch keinen hohen Nährwert: viel Salz und Fett, relativ wenig Eiweiß und so gut wie keine Kohlenhydrate. Ich esse auch gerne Wurst, jedoch habe ich meinen Konsum auf ein paar Portionen die Woche eingeschränkt. Für mich ist Wurst ein Genussprodukt, deshalb kaufe ich lieber gute Qualität und esse dafür weniger davon.

Bei Fleisch verhält es sich ähnlich, nicht umsonst gab es früher den Sonntagsbraten. Der große Vorteil beim Fleisch ist, dass es die beste reine Proteinquelle ist, also keine Kohlenhydrate hat. Alternativen wäre zum Beispiel Soja (bin ich kein großer Freund von) oder Hülsenfrüchte. Hülsenfrüchte haben allerdings einen hohen Kohlenhydratanteil und sind für viele schwer verdaulich. Deshalb rate ich niemandem davon ab Fleisch zu essen. Im Gegenteil: Esst Fleisch aber achtet dabei auf die Qualität und Herkunft der Ware. So unterstützt ihr lokale Betriebe und Metzgereien und fördert damit eine regionale Wertschöpfung und eine entsprechende Ausweitung des Angebots an besserer Qualität.

 

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Dry Aged Beef

Die fleischfreie Fraktion hat viele Argumente parat auf Fleisch zu verzichten: der hohe CO² Ausstoß, die langen Transportwege, der Mord am Tier, der hohe Verbrauch an Futter sowie Wasser und die oftmals hohe Antibiotika Belastung. Dabei wird jedoch nicht beachtet, dass die weltweiten Agrarflächen zu zwei Drittel nur als Weideflächen zu gebrauchen sind, da sie nicht für Ackerbau tauglich sind.

Deshalb meine Empfehlung: weniger Wurst und Fleisch, dafür beim Metzger des Vertrauens oder sogar die Bio Alternative. Durch den verringerten Konsum von Billig-Fleisch und dem vermehrten Konsum von hochwertigem Fleisch werdet ihr automatisch eine höhere Wertschätzung des Produkts bekommen und weniger davon essen, garantiert!

Die Verantwortung darf aber nicht allein auf die Verbraucher und Hersteller abgegeben werden. Die Politik hat auch ihren Beitrag daran, schließlich werden dort die Weichen gestellt. Wenn Mastanlagen mit Steuergeldern subventioniert werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, warum wir heute so viel Billigfleisch auf dem Markt haben.

 

Woran ihr gutes Fleisch erkennt hat der BR zusammengetragen: Klick.

Fazit

Letztlich musst du selbst entscheiden welchen Kompromiss du eingehst. Wenn Du jedoch mal ein paar Wochen versuchst weniger und dafür besseres Fleisch zu essen, wirst du vermutlich kein billiges Fleisch mehr wollen.

Verwendete Quellen:

Ökoroutine 2009 von Michael Kopatz, S. 79 – 84

http://www.lecker.de/udo-pollmer-vegane-ernaehrung-ist-unethisch-ungesund-und-unoekologisch-51078.html

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